Gedanken zum Wiedernachluss des Saalealtarms in Leuna

Liebe Leunaer!

Im aktuellen Stadtanzeiger (12/2018) können Sie einen Artikel lesen, der sich mit dem Wiederanschluss des Saalealtarms in Leuna beschäftigt. Genauer gesagt, es handelt sich um einen Bericht über die Bauausschusssitzung vom November 2018.

Natürlich kann der kurze Bericht nicht alle Fakten aufzeigen, die in dem 30-minütigen Vortrag zur Sprache kamen. Aber vielleicht regt er an, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und sich mit meinen Ansichten auseinander zu setzen.

Beim Wiederanschluss des alten Saalearms geht es nicht nur um die eigentliche Verbindung zwischen Altarm und Saalestrom. Es bestehen eigentlich drei Probleme, die gleichzeitig gelöst werden könnten und sollten.

  1. Der Saalealtarm verlandet zusehends, die Wasserqualität verschlechtert sich.
  2. Das städtische Klärwerk braucht eine Nachrüstung und einen neuen Abfluss.
  3. Die städtische Kanalisation läuft bei Starkregen über.

Die Probleme bestehen nicht erst seit heute oder gestern, sondern schon einige Jahre.

Wurden sie gelöst? Nein.

Wurde bisher eine dauerhafte und nachhaltige Lösung angestrebt? Nein.

Es wurde in der Vergangenheit nach minimalistischer Art vorgegangen, um Probleme „zu lösen“, besser einen – geradeso ausreichenden – gesetzeskonformen Zustand herzustellen.

Da die Erläuterungen ziemlich umfangreich ausfallen werden, stelle ich fürs erste den Teil des Bauausschussprotokolls ein, der den Inhalt des Vortrags zusammenfasst.

Fortsetzung folgt…

Foto Udo Bilkenroth

Saalealtarm Leuna
Saalealtarm Leuna

Protokoll von Udo Bilkenroth

Zur Gestaltung des Saalealtarms und seiner Umgebung
(Zusammenfassung zum Vortrag im BA November 2018)

Saalealtarm:

  • künstlich entstanden
  • biologisches Gleichgewicht gefährdet durch:
      1. Eutrophierung
      2. Hochwasser
      3. Mischwasserkanalisation und Starkregen
  • Folgen:
    1. Verschlammung
    2. starkes Algenwachstum
    3. Umkippen“

hierzu Bilder der letzten Hochwasserereignisse und –folgen

Dokumente, Planungsskizzen zum Saaledurchstich

Veränderungen des Altarms, speziell seiner Wasserführung und der Umgebung dokumentiert anhand von Luftbildern von 1925 bis 2016

Aktueller Zustand 83 Jahre nach oberstromiger und mindestens 50-jähriger vollständiger Abtrennung von der Saale:

  • Schlammhöhe 92 cm (2011), mittlerer Zuwachs 12 mm pro Jahr
  • Wasserstand höher als Saale, Studie (2011) + 67 cm, eigene Messungen (2018) + 60 cm

Was also tun?

  • kompletter Wiederanschluss?
  • Ausbaggern auf Niveau Saalegrund?
  • Wiederschiffbarmachung?

Nichts davon! Bescheiden bleiben! Kosten beachten!

Ziele:

  • dauerhafter Erhalt einer freien Wasserfläche
  • dauerhafter Erhalt der bisherigen Wasserhöhe
  • dauerhafter Erhalt oder Verbesserung der Wasserqualität

Maßnahmen:

  • Neueintrag von Material bei Hochwasser vermindern:
  • Umwandlung Ackerfläche in Dauergrünland – Sedimentationsfläche schaffen und Abtrag von Mutterboden verhindern
  • Schaffen von weiteren Gehölzinseln, Wildhecken sowie Baumreihen an den Wegen zur Strömungsverlangsamung
  • Hochwasserabfluss ermöglichen:
  • Sohlgleite an der ehem. unterstromigen Anbindung (Sohle ca. 150 cm unter dem derzeitigen Niveau des Radwegs)
  • Gleichbleibender Wasserstand im Saalealtarm auf Frühjahrsniveau (Ausnahme: Hochwasserfall)
  • Hierzu Frischwasserzufuhr im Sommer und Herbst notwendig (Wasserbedarf max. 280 m³/Tag)
  • Keine Entnahme von Saalewasser (Salzgehalt, Schwebstoffe, Kosten für Leitung, Pumpe, Strom)
  • stattdessen Reaktivierung des Göhlitzscher Grabens
    1. Speisung aus: Klärwerk, Göhlschke, Niederschlagswasserableitung
    2. Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, da Nachrüstung am Klärwerk ansteht und Neubau der Leitung zum Vorfluter notwendig ist
    3. zusätzliche Schilfkläranlage einplanen

Entschlammung

  • Hauptkostenfaktor (Millionen Euro)
  • keine ausreichende Fläche in unmittelbarer Nähe vorhanden, um 25.000m³ Schlamm zwischenzulagern
  • komplette Entschlammung bedeutet Zerstörung der vorhandenen Flora und Fauna
  • Teilentschlammung ist ausreichend (Vorschlag maximal ein Drittel)
  • Sohlgleite verhindert Ausschwemmung des vorhandenen Schlamms in die Saale auch bei Hochwasser
  • Dreiteilung zum Erhalt und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt
  • Belassen:
    1. Verlandungs- und Flachwasserzone (Fährhaus bis Mündung Göhlitzscher Graben)
    2. derzeit tiefste Zone (Göhlitzscher Graben bis Vogelquelle)
  • Entschlammung, Teilentschlammung:

(Vogelquelle bis Wiederanschluss) z.Z. stärkste Sediment-schicht, Schaffen von einzelnen Tiefwasserzonen

sonstige Maßnahmen

  • Bootsverkehr?
    • Motorboote (nicht möglich, wegen Sohlgleite)
    • Bootsanleger für Paddelboote – unsinnig:
      • da bereits 2 Anleger in der Saale Höhe Fährhaus vorhanden;
      • Umtragen der Boote von Saale in den Altarm nötig
  • Wege
    • Wanderwege! (Wandern, Spazieren, Joggen, Fahrrad, Kinderwagen)
    • kein Pflaster, kein Asphalt – wegen Oberflächenversiegelung im Hochwassergebiet
    • Kosten und Pflegeaufwand sehr gering bei wassergebundenen Wegen
    • kein Befahren der Fußwege mit PKW, Transporter, LKW
  • Hangsicherung?
    • keine prophylaktische Betonierung oder Einbau von Gabionen
    • rechtzeitiges Fällen abgestorbener Bäume
    • Nachpflanzung, Gehölzaufbau durch Sukzession
    • PFLEGE !

Irrtum vom Amt: Saale und Saale-Elster-Kanal verwechselt

Ein Irrtum ist da der Bürgermeisterin unterlaufen, als sie nach einer alten Behördenentscheidung, einem sogenannten Planfeststellungsbeschluss, suchte und fündig wurde. Demnächst feiert dieses Dokument Geburtstag – seinen 83. – genau am 29. November.

Im Jahr 2016 ging eine Meldung durch die hiesige Weltpresse. Sowohl Mitteldeutsche Zeitung* als auch Leipziger Volkszeitung** berichteten über das sensationelle Ereignis im Leunaer Stadtarchiv. Ein vergilbtes Papier ward gefunden, dem große Bedeutung beigemessen wird. Ein Dokument, das, ich zitiere hier die MZ vom 08. März 2016, die Bürgermeisterin zu dem Satz veranlasste: „Also ich sehe es so, dass wir für den Weiterbau des Saale-Elster-Kanals noch immer Baurecht haben.“

Hat eigentlich irgendjemand das Dokument gelesen? Haben es die Berichterstatter wenigstens einmal durchgeblättert? Wenigstens die erste halbe Seite angeschaut, die als Foto in den eigenen Zeitungen erschienen ist. Offenbar nicht!

Wie man (frau) aus diesem Dokument ein bestehendes Baurecht für den Saale-Elster-Kanal ableiten kann, ist nicht nachzuvollziehen. In dem sooo bedeutsamen Schriftstück geht es nämlich nicht einmal um den Kanal.

Es befasst sich mit dem: „Ausbau des Saaledurchstichs in der Gemeinde Leuna“. Das ist bereits oben auf der ersten Seite (Zeitungsfoto) lesbar. Wenn es sich um den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Saale-Elster-Kanals handeln würde, hätten dort die drei entscheidenden Worte stehen müssen: „Saale“, „Elster“ und „Kanal“. Tun sie aber nicht!

Ich habe mir die Mühe gemacht und die Abschrift des 6-seitigen Dokuments gelesen. Ich werde nachfolgend anhand von Textstellen belegen, dass der Planfeststellungsbeschluss nichts mit der geplanten Kanalverbindung von Leipzig zur Saale zu tun hat.
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Noch einmal zum Aquädukt – das Energiesparmodell

Der erste Artikel zum Thema wäre mit der Kostenanalyse zu lang geworden. Daher nur die augenzwinkernd betrachteten „technischen“ Details. Hier nun die Kalkulation der Finanzmittel, für die es keiner höheren mathematischen Fähigkeiten bedurfte. Falls Sie nicht am Zahlenwerk interessiert sind, hier das Fazit: Es hat sich gelohnt.

Die Freunde der Mathematik müssen weiterlesen…Weiterlesen

Information der Verwaltung zum Straßenausbau – eine kleine Nachlese

Liebe Leunaer!

Warten Sie auch auf den Bescheid zur Zahlung der Straßenausbaukosten? 2014 kam er im Mitte Juli, 2015 am 1. September und 2016? Noch nicht bekommen? Stattdessen gab es eine Information im Stadtanzeiger (Ausgabe 8/2016 S.11). Vielleicht hat der eine oder andere die Zeilen gelesen, wurde beruhigt und hat sie schon wieder vergessen.

So ein kleiner versteckter Hinweis, dass sich irgendetwas ändern könnte.
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Fehler im Bescheid – Die Kurzversion

Falls es dem einen oder anderen an Zeit mangelt, eine Abneigung gegen lange Texte oder eine Vorliebe für Zahlen besteht, so komme ich dem Wunsch nach, meine Auffassung von Unregelmäßigkeiten bei der Berechnung der Straßenausbaubeiträge möglichst kurz und knapp darzustellen. Alle Berechnungen basieren auf Zahlen, Tabellen, Kalkulationen und Karten, die von der Stadtverwaltung beim Verwaltungsgericht Halle eingereicht wurden. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass die Stadt Leuna wahrheitsgemäße und vollständige Unterlagen bei Gericht vorgelegt hat.

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Straßenausbau ist notwendig – Fehler im Bescheid

Vorwort mit Warnung

Zu Beginn möchte ich warnen. Um diesen Artikel zu lesen, braucht man Zeit und Laune. Straßenausbau, Beitragssatzung sowie die rechnerische und juristische Aufarbeitung sind wenig unterhaltsam. All meinen Berechnungen liegen die Zahlen, Tabellen, Kalkulationen und Karten zugrunde, die von der Stadtverwaltung beim Verwaltungsgericht Halle eingereicht worden sind. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass die Stadt Leuna dem Gericht wahrheitsgemäße und vollständige Unterlagen vorgelegt hat.

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